Kategorie Inkasso
Verzugszinsen berechnen in Deutschland
Für B2B-Entgeltforderungen gilt in Deutschland seit 1. Juli 2026 ein gesetzlicher Verzugszinssatz von 10,52 Prozent pro Jahr. Hier finden Sie die Halbjahreswerte, den Rechenweg und die Einordnung der 40-Euro-Pauschale.
Kurz erklärt
Wie berechne ich Verzugszinsen in Deutschland?
Für B2B-Entgeltforderungen beträgt der gesetzliche Verzugszinssatz in Deutschland seit 1. Juli 2026 10,52 Prozent pro Jahr: 1,52 Prozent Basiszins plus neun Prozentpunkte. Im ersten Halbjahr waren es 10,27 Prozent. Bei einem Wechsel des Zinssatzes teilen Sie den Verzug in Zeitabschnitte und berechnen diese getrennt.
Quellen: Deutsche Bundesbank, Basiszins ab 1. Juli 2026 und BGB: Verzugszinsen. Stand: 23.09.2026.
Was sind Verzugszinsen?
Verzugszinsen sind der gesetzlich vorgesehene Ausgleich dafür, dass Ihnen ein fälliger Betrag nicht rechtzeitig gezahlt wird. Sie haben keinen Strafcharakter, sondern gleichen den wirtschaftlichen Nachteil aus, der Ihnen durch die verspätete Zahlung entsteht, denn Sie hätten das Geld in der Zwischenzeit nutzen können.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Mahngebühren. Verzugszinsen laufen automatisch und taggenau, sobald sich der Kunde im Verzug befindet, und zwar unabhängig davon, wie viele Mahnungen Sie verschickt haben. Sie laufen ab Verzugsbeginn; ob dafür eine Mahnung nötig ist, hängt davon ab, ob ein Termin vereinbart war oder die 30-Tage-Regel greift.
Wie hoch sind Verzugszinsen 2026 für Unternehmen und Verbraucher?
Seit 1. Juli 2026 beträgt der Basiszinssatz 1,52 Prozent. Bei Entgeltforderungen ohne Verbraucherbeteiligung kommt ein Aufschlag von neun Prozentpunkten hinzu: 10,52 Prozent pro Jahr. Der gesetzliche Satz mit Verbraucherbeteiligung liegt bei 6,52 Prozent.
Vom 1. Januar bis 30. Juni 2026 betrug der Basiszinssatz 1,27 Prozent, der B2B-Satz 10,27 Prozent und der Satz mit Verbraucherbeteiligung 6,27 Prozent. Die folgende Grafik zeigt das zweite Halbjahr. Quelle: Bundesbank-Mitteilung vom 30. Juni 2026.
Grafik
Verzugszinssätze in Deutschland ab 1. Juli 2026
Der effektive Satz ist immer der Basiszinssatz plus ein gesetzlicher Aufschlag. Zwischen Unternehmen fällt der Aufschlag fast doppelt so hoch aus wie gegenüber Verbrauchern.
BasiszinssatzGrundlage, halbjährlich neu
1,52 %Zwischen UnternehmenB2B, plus 9,00 Prozentpunkte
10,52 %Mit VerbrauchernB2C, plus 5,00 Prozentpunkte
6,52 %Sätze ab 1. Juli 2026. Quellen: Bundesbank und BGB. Balken auf gemeinsamer Skala bis 10,52 Prozent.
Verzugszinsen Schritt für Schritt berechnen
Die Formel ist einfach: Sie multiplizieren den offenen Betrag mit dem Verzugszinssatz, dann mit der Anzahl der Verzugstage, und teilen das Ergebnis durch die Kalendertage des Jahres, also durch 365, im Schaltjahr durch 366.
Beispiel: 5.000 Euro offene Hauptforderung, 30 Verzugstage vollständig im zweiten Halbjahr 2026 und 10,52 Prozent Jahreszins. Die Rechnung zeigt den gesetzlichen Anspruch vor einer möglichen Abtretung der Zinsen.
| Schritt | Grundlage | Wert |
|---|---|---|
| Offene Hauptforderung | Rechnungsbetrag | 5.000,00 Euro |
| Verzugszinssatz B2B | Basiszins 1,52 Prozent plus 9 Prozentpunkte | 10,52 % |
| Verzugstage | Verzugseintritt bis Zahlung | 30 |
| Rechenweg | 5.000 × 0,1052 × 30 ÷ 365 | 43,23 Euro |
| Verzugszinsen | gerundet | 43,23 Euro |
| 40-Euro-Pauschale | bei Vorliegen der Voraussetzungen | 40,00 Euro |
| Zinsen plus Pauschale | Zinsen plus Pauschale | 83,23 Euro |
Rechenbeispiel für das zweite Halbjahr 2026, gerundet auf Cent. Die 40-Euro-Pauschale ist auf geschuldete Rechtsverfolgungskosten anzurechnen. Bei Zeiträumen über einen Zinswechsel berechnen Sie jeden Abschnitt mit dem jeweils gültigen Satz.
Im Beispiel ergeben sich 43,23 Euro Zinsen und, bei Vorliegen der Voraussetzungen, 40 Euro Pauschale. Das ist keine Auszahlungszusage von incaseof.law: Nach den AGB werden Verzugszinsen mit der Fallübergabe abgetreten. Für Ihre eigene Rechnung rechnet der Verzugszinsen-Rechner mit den deutschen Halbjahreswerten, auch über einen Zinswechsel hinweg.
Die 40-Euro-Pauschale im Geschäftsverkehr
Stellen Sie einem anderen Unternehmen eine Rechnung und gerät dieses in Verzug, dürfen Sie zusätzlich zu den Verzugszinsen eine Pauschale von 40 Euro je Forderung verlangen. Sie soll den internen Aufwand abdecken, den die verspätete Zahlung bei Ihnen verursacht.
Die Pauschale setzt eine Entgeltforderung und einen Schuldner voraus, der kein Verbraucher ist. Sie fällt neben Zinsen an, muss aber auf geschuldete Rechtsverfolgungskosten angerechnet werden. Sie dürfen dieselben Kosten deshalb nicht doppelt addieren. Quelle: BGB, Verzugszinsen und sonstiger Verzugsschaden.
Sonderfälle, die viele falsch rechnen
Drei Situationen führen immer wieder zu Fehlern. Wer sie kennt, rechnet sauber und durchsetzbar.
- Basiszinssatz ändert sich während des Verzugs. Läuft der Verzug über den 1. Januar oder den 1. Juli hinweg und ändert sich der Basiszinssatz, teilen Sie den Zeitraum taggenau auf und rechnen jeden Abschnitt mit dem dann gültigen Satz.
- Teilzahlungen. Zahlt der Kunde einen Teil, berechnen Sie ab diesem Tag die Zinsen nur noch auf den verbleibenden offenen Restbetrag. Wie Sie die Restforderung danach durchsetzen, zeigt der Ratgeber Teilzahlung auf Rechnung.
- Verzugszinsen sind umsatzsteuerfrei. Auf die Zinsen selbst kommt keine Umsatzsteuer obendrauf.
Der teuerste Fehler steckt aber nicht in der Formel, sondern im Kalender: zu langes Warten. Je länger eine Rechnung offen bleibt, desto mehr Kapital binden Sie, und desto schlechter werden Erreichbarkeit und Zahlungsfähigkeit des Schuldners.
Ab wann tritt Verzug ein?
Zinsen setzen rechtlichen Zahlungsverzug voraus. In Deutschland kann eine Mahnung nach Fälligkeit erforderlich sein; bei einem wirksam vereinbarten kalendermäßigen Zahlungstermin bestehen Ausnahmen. Die 30-Tage-Regel knüpft an Fälligkeit und Rechnungszugang an und verlangt bei Verbrauchern einen besonderen Hinweis. Fehlendes Vertretenmüssen ist zu berücksichtigen. Quelle: BGB zum Zahlungsverzug. Was Sie auf der Rechnung angeben, damit der Verzugsbeginn klar ist, erklärt der Ratgeber Zahlungsziel auf der Rechnung.
Eine wirksame erste Mahnung mit Frist und Zinsenhinweis erstellen Sie mit dem Mahnungs-Generator. Reagiert der Kunde trotz Mahnung nicht, zeigt der Leitfaden Kunde zahlt nicht, welche Schritte danach sinnvoll sind.
Verzugszinsen sicher durchsetzen
Die Berechnung ist die eine Sache, die Durchsetzung die andere. Damit Ihr Anspruch belastbar ist, dokumentieren Sie vier Dinge: die ursprüngliche Rechnung mit Zahlungsziel, den Nachweis über den Zugang beim Kunden, das Datum des Verzugseintritts und die Zahl der Verzugstage.
Bleibt der offene Betrag samt Zinsen trotz Mahnung aus, übernimmt ein konzessioniertes Inkassoinstitut den Einzug für Sie, samt Verzugszinsen und Pauschale. Wie Sie in Deutschland nach einer ignorierten Mahnung vorgehen, zeigt der Ratgeber Letzte Mahnung ignoriert. Was das kostet, steht in einem Satz auf der Seite Inkassokosten: Die Vergütung trägt der säumige Schuldner, Ihre Hauptforderung bleibt zu 100 Prozent bei Ihnen. Sind auch österreichische Kunden betroffen, gelten dort leicht andere Werte.
| Merkmal | Deutschland | Österreich |
|---|---|---|
| Aufschlag zwischen Unternehmen | 9 Prozentpunkte | 9,2 Prozentpunkte |
| Verzug ohne Unternehmensbezug | 5 Prozentpunkte über Basiszins | 4 Prozent pro Jahr |
| Pauschale im Geschäftsverkehr | 40 Euro je Forderung | 40 Euro je Forderung |
| Grundlage | Bürgerliches Gesetzbuch | Unternehmensgesetzbuch, ABGB |
Werte für Deutschland nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, Stand 2026, für Österreich nach Unternehmensgesetzbuch und ABGB. Die österreichischen Werte erklärt der Leitfaden zu Verzugszinsen in Österreich.
Prüfen Sie Forderung, Verzug und Belege vor der Übergabe. Eine starre Zahl von Mahnungen ist keine allgemeine Voraussetzung. Sie können eine geeignete Forderung online zum Inkasso übergeben; maßgeblich sind die AGB. Die Kostenübersicht erklärt Leistungsumfang, mögliche Zusatzkosten und die Behandlung von Verzugszinsen.
- Die erste Mahnung schreiben Sie selbst, mit Frist und Zinsenhinweis.
- Prüfen Sie bei ausbleibender Zahlung die Voraussetzungen für eine Forderungsübergabe. Die Beauftragung erfolgt gemäß AGB, ohne Mindestvolumen.
- Wie es nach der Übergabe weitergeht, zeigt die Seite So funktioniert Inkasso.
Der tatsächliche Einzug hängt unter anderem von Nachweisen, Einwendungen und Zahlungsfähigkeit ab. Ein berechneter Zinsanspruch ist noch kein Zahlungseingang.
Dieser Leitfaden erklärt die Rechtslage in Deutschland allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Quellen und Gültigkeitszeiträume geprüft am 23.09.2026.
Häufige Fragen
Fragen zu Verzugszinsen.
Die sechs Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden, kurz beantwortet. Die Grundlage zu jeder Antwort steht im Quellenblock darunter.
Zinsen berechnenQuellen und Rechtsgrundlagen
- Deutsche Bundesbank, Basiszinssatz nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (2026)
- § 288 BGB, Verzugszinsen und sonstiger Verzugsschaden (2026)
- § 247 BGB, Basiszinssatz (2026)
- § 286 BGB, Verzug des Schuldners und 30-Tage-Regel (2026)
- incaseof.law, Studie Gebundenes Kapital, n = 149.916 (2026)
- Rechtsdienstleistungsregister, Bundesamt für Justiz, Reg.-Nr. 2024 0000 8388 (2026)
Übergabe
Und wenn der Kunde trotz Zinsen nicht zahlt?
Sie geben die Rechnung online ab, die Bearbeitung übernehmen wir.
Forderung übergeben
Rechnungsdaten online eingeben oder aus der Buchhaltung übernehmen. Beauftragung gemäß AGB, kein Mindestvolumen.
Wir machen Zinsen und Betrag geltend
Außergerichtliche Mahnung durch incaseof.law; gerichtliches Verfahren und Vollstreckung nur nach Ihrer Freigabe. Verzugszinsen und Pauschale werden ebenfalls geltend gemacht, jeden Schritt sehen Sie im Portal.
100 Prozent der Hauptforderung
Ihre Hauptforderung bleibt ungekürzt. Die Verzugskosten trägt der säumige Schuldner, nicht Sie als Gläubiger.
Im regulären außergerichtlichen Inkasso entstehen Ihnen keine Kosten von incaseof.law, auch wenn der Schuldner nicht zahlt, und es gibt keine Erfolgsprovision auf Ihre Hauptforderung. Gerichtsgebühren und in Österreich die Übermittlungsentgelte von MANZ fallen nur an, wenn Sie das gerichtliche Verfahren freigeben. Einzug und Dauer sind nicht garantiert; Ausnahmen und die Anrechnung von Teilzahlungen stehen unter Kosten und Leistungsumfang.
Für Selbstständige, KMU, Hausverwaltungen, Handwerk und Kanzleien.
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