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Kategorie Inkasso

Verzugszinsen berechnen in Deutschland

Für B2B-Entgeltforderungen gilt in Deutschland seit 1. Juli 2026 ein gesetzlicher Verzugszinssatz von 10,52 Prozent pro Jahr. Hier finden Sie die Halbjahreswerte, den Rechenweg und die Einordnung der 40-Euro-Pauschale.

Veröffentlicht 20.05.2026Aktualisiert 23.09.20267 Minuten Lesezeit

Taschenrechner, Stift und Papier auf einem hellen Schreibtisch
Symbolbild. Verzugszinsen gleichen den Nachteil aus, der Ihnen entsteht, während ein fälliger Betrag offen bleibt. Im Geschäftsverkehr laufen sie taggenau ab dem Verzugseintritt. Foto: Mediamodifier / Unsplash

Kurz erklärt

Wie berechne ich Verzugszinsen in Deutschland?

Für B2B-Entgeltforderungen beträgt der gesetzliche Verzugszinssatz in Deutschland seit 1. Juli 2026 10,52 Prozent pro Jahr: 1,52 Prozent Basiszins plus neun Prozentpunkte. Im ersten Halbjahr waren es 10,27 Prozent. Bei einem Wechsel des Zinssatzes teilen Sie den Verzug in Zeitabschnitte und berechnen diese getrennt.

Quellen: Deutsche Bundesbank, Basiszins ab 1. Juli 2026 und BGB: Verzugszinsen. Stand: 23.09.2026.

Was sind Verzugszinsen?

Verzugszinsen sind der gesetzlich vorgesehene Ausgleich dafür, dass Ihnen ein fälliger Betrag nicht rechtzeitig gezahlt wird. Sie haben keinen Strafcharakter, sondern gleichen den wirtschaftlichen Nachteil aus, der Ihnen durch die verspätete Zahlung entsteht, denn Sie hätten das Geld in der Zwischenzeit nutzen können.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Mahngebühren. Verzugszinsen laufen automatisch und taggenau, sobald sich der Kunde im Verzug befindet, und zwar unabhängig davon, wie viele Mahnungen Sie verschickt haben. Sie laufen ab Verzugsbeginn; ob dafür eine Mahnung nötig ist, hängt davon ab, ob ein Termin vereinbart war oder die 30-Tage-Regel greift.

Wie hoch sind Verzugszinsen 2026 für Unternehmen und Verbraucher?

Seit 1. Juli 2026 beträgt der Basiszinssatz 1,52 Prozent. Bei Entgeltforderungen ohne Verbraucherbeteiligung kommt ein Aufschlag von neun Prozentpunkten hinzu: 10,52 Prozent pro Jahr. Der gesetzliche Satz mit Verbraucherbeteiligung liegt bei 6,52 Prozent.

Vom 1. Januar bis 30. Juni 2026 betrug der Basiszinssatz 1,27 Prozent, der B2B-Satz 10,27 Prozent und der Satz mit Verbraucherbeteiligung 6,27 Prozent. Die folgende Grafik zeigt das zweite Halbjahr. Quelle: Bundesbank-Mitteilung vom 30. Juni 2026.

Grafik

Verzugszinssätze in Deutschland ab 1. Juli 2026

Der effektive Satz ist immer der Basiszinssatz plus ein gesetzlicher Aufschlag. Zwischen Unternehmen fällt der Aufschlag fast doppelt so hoch aus wie gegenüber Verbrauchern.

BasiszinssatzGrundlage, halbjährlich neu

1,52 %

Zwischen UnternehmenB2B, plus 9,00 Prozentpunkte

10,52 %

Mit VerbrauchernB2C, plus 5,00 Prozentpunkte

6,52 %

Sätze ab 1. Juli 2026. Quellen: Bundesbank und BGB. Balken auf gemeinsamer Skala bis 10,52 Prozent.

Verzugszinsen Schritt für Schritt berechnen

Die Formel ist einfach: Sie multiplizieren den offenen Betrag mit dem Verzugszinssatz, dann mit der Anzahl der Verzugstage, und teilen das Ergebnis durch die Kalendertage des Jahres, also durch 365, im Schaltjahr durch 366.

Beispiel: 5.000 Euro offene Hauptforderung, 30 Verzugstage vollständig im zweiten Halbjahr 2026 und 10,52 Prozent Jahreszins. Die Rechnung zeigt den gesetzlichen Anspruch vor einer möglichen Abtretung der Zinsen.

SchrittGrundlageWert
Offene HauptforderungRechnungsbetrag5.000,00 Euro
Verzugszinssatz B2BBasiszins 1,52 Prozent plus 9 Prozentpunkte10,52 %
VerzugstageVerzugseintritt bis Zahlung30
Rechenweg5.000 × 0,1052 × 30 ÷ 36543,23 Euro
Verzugszinsengerundet43,23 Euro
40-Euro-Pauschalebei Vorliegen der Voraussetzungen40,00 Euro
Zinsen plus PauschaleZinsen plus Pauschale83,23 Euro

Rechenbeispiel für das zweite Halbjahr 2026, gerundet auf Cent. Die 40-Euro-Pauschale ist auf geschuldete Rechtsverfolgungskosten anzurechnen. Bei Zeiträumen über einen Zinswechsel berechnen Sie jeden Abschnitt mit dem jeweils gültigen Satz.

Im Beispiel ergeben sich 43,23 Euro Zinsen und, bei Vorliegen der Voraussetzungen, 40 Euro Pauschale. Das ist keine Auszahlungszusage von incaseof.law: Nach den AGB werden Verzugszinsen mit der Fallübergabe abgetreten. Für Ihre eigene Rechnung rechnet der Verzugszinsen-Rechner mit den deutschen Halbjahreswerten, auch über einen Zinswechsel hinweg.

Die 40-Euro-Pauschale im Geschäftsverkehr

Stellen Sie einem anderen Unternehmen eine Rechnung und gerät dieses in Verzug, dürfen Sie zusätzlich zu den Verzugszinsen eine Pauschale von 40 Euro je Forderung verlangen. Sie soll den internen Aufwand abdecken, den die verspätete Zahlung bei Ihnen verursacht.

Die Pauschale setzt eine Entgeltforderung und einen Schuldner voraus, der kein Verbraucher ist. Sie fällt neben Zinsen an, muss aber auf geschuldete Rechtsverfolgungskosten angerechnet werden. Sie dürfen dieselben Kosten deshalb nicht doppelt addieren. Quelle: BGB, Verzugszinsen und sonstiger Verzugsschaden.

Sonderfälle, die viele falsch rechnen

Drei Situationen führen immer wieder zu Fehlern. Wer sie kennt, rechnet sauber und durchsetzbar.

  • Basiszinssatz ändert sich während des Verzugs. Läuft der Verzug über den 1. Januar oder den 1. Juli hinweg und ändert sich der Basiszinssatz, teilen Sie den Zeitraum taggenau auf und rechnen jeden Abschnitt mit dem dann gültigen Satz.
  • Teilzahlungen. Zahlt der Kunde einen Teil, berechnen Sie ab diesem Tag die Zinsen nur noch auf den verbleibenden offenen Restbetrag. Wie Sie die Restforderung danach durchsetzen, zeigt der Ratgeber Teilzahlung auf Rechnung.
  • Verzugszinsen sind umsatzsteuerfrei. Auf die Zinsen selbst kommt keine Umsatzsteuer obendrauf.

Der teuerste Fehler steckt aber nicht in der Formel, sondern im Kalender: zu langes Warten. Je länger eine Rechnung offen bleibt, desto mehr Kapital binden Sie, und desto schlechter werden Erreichbarkeit und Zahlungsfähigkeit des Schuldners.

Ab wann tritt Verzug ein?

Zinsen setzen rechtlichen Zahlungsverzug voraus. In Deutschland kann eine Mahnung nach Fälligkeit erforderlich sein; bei einem wirksam vereinbarten kalendermäßigen Zahlungstermin bestehen Ausnahmen. Die 30-Tage-Regel knüpft an Fälligkeit und Rechnungszugang an und verlangt bei Verbrauchern einen besonderen Hinweis. Fehlendes Vertretenmüssen ist zu berücksichtigen. Quelle: BGB zum Zahlungsverzug. Was Sie auf der Rechnung angeben, damit der Verzugsbeginn klar ist, erklärt der Ratgeber Zahlungsziel auf der Rechnung.

Eine wirksame erste Mahnung mit Frist und Zinsenhinweis erstellen Sie mit dem Mahnungs-Generator. Reagiert der Kunde trotz Mahnung nicht, zeigt der Leitfaden Kunde zahlt nicht, welche Schritte danach sinnvoll sind.

Verzugszinsen sicher durchsetzen

Die Berechnung ist die eine Sache, die Durchsetzung die andere. Damit Ihr Anspruch belastbar ist, dokumentieren Sie vier Dinge: die ursprüngliche Rechnung mit Zahlungsziel, den Nachweis über den Zugang beim Kunden, das Datum des Verzugseintritts und die Zahl der Verzugstage.

Bleibt der offene Betrag samt Zinsen trotz Mahnung aus, übernimmt ein konzessioniertes Inkassoinstitut den Einzug für Sie, samt Verzugszinsen und Pauschale. Wie Sie in Deutschland nach einer ignorierten Mahnung vorgehen, zeigt der Ratgeber Letzte Mahnung ignoriert. Was das kostet, steht in einem Satz auf der Seite Inkassokosten: Die Vergütung trägt der säumige Schuldner, Ihre Hauptforderung bleibt zu 100 Prozent bei Ihnen. Sind auch österreichische Kunden betroffen, gelten dort leicht andere Werte.

MerkmalDeutschlandÖsterreich
Aufschlag zwischen Unternehmen9 Prozentpunkte9,2 Prozentpunkte
Verzug ohne Unternehmensbezug5 Prozentpunkte über Basiszins4 Prozent pro Jahr
Pauschale im Geschäftsverkehr40 Euro je Forderung40 Euro je Forderung
GrundlageBürgerliches GesetzbuchUnternehmensgesetzbuch, ABGB

Werte für Deutschland nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, Stand 2026, für Österreich nach Unternehmensgesetzbuch und ABGB. Die österreichischen Werte erklärt der Leitfaden zu Verzugszinsen in Österreich.

Prüfen Sie Forderung, Verzug und Belege vor der Übergabe. Eine starre Zahl von Mahnungen ist keine allgemeine Voraussetzung. Sie können eine geeignete Forderung online zum Inkasso übergeben; maßgeblich sind die AGB. Die Kostenübersicht erklärt Leistungsumfang, mögliche Zusatzkosten und die Behandlung von Verzugszinsen.

Der tatsächliche Einzug hängt unter anderem von Nachweisen, Einwendungen und Zahlungsfähigkeit ab. Ein berechneter Zinsanspruch ist noch kein Zahlungseingang.

Dieser Leitfaden erklärt die Rechtslage in Deutschland allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Quellen und Gültigkeitszeiträume geprüft am 23.09.2026.

Häufige Fragen

Fragen zu Verzugszinsen.

Die sechs Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden, kurz beantwortet. Die Grundlage zu jeder Antwort steht im Quellenblock darunter.

Zinsen berechnen
Für 30 Verzugstage vollständig im zweiten Halbjahr 2026 rechnen Sie bei 5.000 Euro: 5.000 × 0,1052 × 30 ÷ 365 = 43,23 Euro. Bei einem Zinswechsel den Zeitraum teilen. Die 40-Euro-Pauschale ist gesondert zu prüfen.
Für B2B-Entgeltforderungen gelten vom 1. Januar bis 30. Juni 2026 10,27 Prozent und ab 1. Juli 2026 10,52 Prozent pro Jahr. Grundlage sind neun Prozentpunkte über dem jeweiligen Basiszinssatz.
Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht den Basiszinssatz. Er betrug im ersten Halbjahr 2026 1,27 Prozent und beträgt seit 1. Juli 2026 1,52 Prozent. Verwenden Sie den für den jeweiligen Verzugszeitraum geltenden Wert.
Ohne Verbraucherbeteiligung beträgt der Aufschlag auf Entgeltforderungen neun Prozentpunkte, mit Verbraucherbeteiligung grundsätzlich fünf. Seit 1. Juli 2026 ergibt das 10,52 beziehungsweise 6,52 Prozent pro Jahr.
Bei Verzug mit einer Entgeltforderung kann eine 40-Euro-Pauschale anfallen, wenn der Schuldner kein Verbraucher ist. Sie ist auf geschuldete Rechtsverfolgungskosten anzurechnen und darf nicht ungeprüft zusätzlich zu denselben Kosten verlangt werden.
Erst ab rechtlichem Zahlungsverzug. In Deutschland kann eine Mahnung nach Fälligkeit nötig sein; es gibt Ausnahmen. Die 30-Tage-Regel setzt unter anderem Fälligkeit und Rechnungszugang voraus. Bei Verbrauchern ist ein besonderer Hinweis erforderlich; fehlendes Vertretenmüssen ist zu beachten.
Porträt von Dr. Maximilian Kindler, Gründer und CEO von incaseof.law

Über den Autor

Dr. Maximilian Kindler, LL.M., MBA

Dr. Maximilian Kindler, LL.M., MBA ist Gründer und CEO von incaseof.law, dem in Österreich konzessionierten und in Deutschland registrierten Inkassoinstitut. Er verantwortet das Modell: Die Hauptforderung bleibt ungekürzt beim Gläubiger, die Verzugskosten trägt der säumige Schuldner.

Die Quellen zu diesem Beitrag finden Sie im Quellenverzeichnis. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

Alle Beiträge von Dr. Maximilian Kindler

Gründer und CEO Konzessioniert in AT, registriert in DE

Übergabe

Und wenn der Kunde trotz Zinsen nicht zahlt?

Sie geben die Rechnung online ab, die Bearbeitung übernehmen wir.

1

Forderung übergeben

Rechnungsdaten online eingeben oder aus der Buchhaltung übernehmen. Beauftragung gemäß AGB, kein Mindestvolumen.

2

Wir machen Zinsen und Betrag geltend

Außergerichtliche Mahnung durch incaseof.law; gerichtliches Verfahren und Vollstreckung nur nach Ihrer Freigabe. Verzugszinsen und Pauschale werden ebenfalls geltend gemacht, jeden Schritt sehen Sie im Portal.

3

100 Prozent der Hauptforderung

Ihre Hauptforderung bleibt ungekürzt. Die Verzugskosten trägt der säumige Schuldner, nicht Sie als Gläubiger.

Im regulären außergerichtlichen Inkasso entstehen Ihnen keine Kosten von incaseof.law, auch wenn der Schuldner nicht zahlt, und es gibt keine Erfolgsprovision auf Ihre Hauptforderung. Gerichtsgebühren und in Österreich die Übermittlungsentgelte von MANZ fallen nur an, wenn Sie das gerichtliche Verfahren freigeben. Einzug und Dauer sind nicht garantiert; Ausnahmen und die Anrechnung von Teilzahlungen stehen unter Kosten und Leistungsumfang.

4,9 von 5

Für Selbstständige, KMU, Hausverwaltungen, Handwerk und Kanzleien.

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