Zum Inhalt springen
Staatlich geprüftes Inkassoinstitut § 118 GewO 1994 · GISA 32140156

Branchen und Zielgruppen · Österreich

Rauchfangkehrer: Offene Kehrgebühren einfach übergeben

Kehrgebühren nicht bezahlt? Wer Schuldner ist, welche Belege Rauchfangkehrer brauchen und wie Sie viele kleine Posten ohne Mindestvolumen übergeben.

Von · Veröffentlicht am

Rauchfangkehrer arbeitet auf einem Dach
Symbolfoto: Waldemar Brandt auf Unsplash.

Kurz erklärt

Offene Kehrgebühren sind Werklohn aus einem privatrechtlichen Kehrvertrag und lassen sich wie jede andere Rechnung einfordern. Schuldner ist Ihr Auftraggeber, meist der Hauseigentümer oder die Eigentümergemeinschaft, bei Feuerstätten in Wohnungen je nach Bundesland auch der Betreiber. Mit Rechnung nach Tarif, Leistungsnachweis und Mahnung übergeben Sie offene Posten an ein Inkassoinstitut, einzeln oder gesammelt und ohne Mindestvolumen.

Vom offenen Posten zur Zahlung

  1. Schuldner klärenEigentümer, Eigentümergemeinschaft oder Betreiber der Feuerstätte
  2. Belege sammelnRechnung nach Tarif, Leistungsnachweis, Mahnung
  3. BündelnOffene Posten monatlich als Liste vorbereiten
  4. ÜbergebenEinzeln oder gesammelt, ohne Mindestvolumen
Eigene schematische Darstellung. Praktische Arbeitshilfe; keine starre gesetzliche Abfolge.

Warum bleiben Kehrgebühren so oft offen?

Eine einzelne Vorschreibung für Kehrung und Überprüfung ist kein großer Betrag. Genau deshalb bleibt sie liegen. Ein eigener Mahnlauf scheint sich nicht zu lohnen, der Kunde wohnt im selben Ort, und beim nächsten Termin steht man wieder vor derselben Tür. Also wird einmal erinnert, vielleicht ein zweites Mal, und irgendwann ausgebucht.

Dazu kommen typische Stolpersteine der Branche: Die Hausverwaltung wechselt und die Rechnung landet bei der alten Verwaltung. Ein Haus wird verkauft, und niemand fühlt sich für die letzte Kehrung zuständig. Eine Vorschreibung geht an die Objektadresse statt an den Eigentümer, der woanders wohnt. Jeder Fall für sich ist klein. Über ein Jahr und ein ganzes Kehrgebiet wird daraus ein spürbarer Betrag.

Viel davon lässt sich schon bei der Vorschreibung vermeiden. Fragen Sie bei jedem neuen Objekt nach der Rechnungsanschrift des Eigentümers und bei Eigentümergemeinschaften nach der aktuellen Verwaltung. Nennen Sie auf der Vorschreibung ein klares Zahlungsziel und kündigen Sie an, dass unbezahlte Beträge nach einer Mahnung an ein Inkassoinstitut übergeben werden. Das ist sachlich, nicht unfreundlich, und es macht die spätere Übergabe für den Kunden nachvollziehbar.

Ziehen Sie aus Ihrer Branchensoftware eine Liste aller offenen Posten, die älter als 30 Tage sind, mit Objekt, Rechnungsempfänger und Betrag. Das ist die Grundlage für alles Weitere.

Kehrpflicht und Tarif: Was steht hinter der Kehrgebühr?

Die Kehrpflicht selbst regelt jedes Bundesland in eigenen Gesetzen und Verordnungen, etwa das Wiener Feuerpolizeigesetz 2015 mit der Wiener Kehrverordnung, das NÖ Feuerwehrgesetz 2015, die Steiermärkische Kehrordnung 2018 oder das Oö. Luftreinhalte- und Energietechnikgesetz 2002. Die Gewerbeordnung ergänzt: Für die sicherheitsrelevanten Tätigkeiten legt der Landeshauptmann Kehrgebiete fest, und dort müssen Rauchfangkehrer den geltenden Höchsttarif einhalten.

Die Höchsttarife stehen in Landesverordnungen, zum Beispiel im Wiener Kehrtarif, in den NÖ Höchsttarifen für das Gewerbe der Rauchfangkehrer, in der steirischen Kehrtarifverordnung 2018 oder in der Oö. Rauchfangkehrer-Höchsttarifverordnung 2017. Es sind Höchstpreise: Weniger dürfen Sie verrechnen, mehr nicht. Wer höhere Entgelte verlangt, begeht eine Verwaltungsübertretung. Achten Sie auch darauf, ob die Tarife Ihres Landes mit oder ohne Umsatzsteuer gelten. Der Wiener Tarif enthält sie, die Tarife in Niederösterreich, der Steiermark und Oberösterreich verstehen sich ohne.

Wichtig für das Inkasso ist die Rechtsnatur. Der OGH spricht vom privatrechtlichen Kehrvertrag, also einem Werkvertrag, und vom Werklohn des Rauchfangkehrers. Offene Kehrgebühren mahnen Sie daher wie jede andere Rechnung, Sie können sie an ein Inkassoinstitut übergeben und notfalls mit Mahnklage einfordern. Eine Ausnahme gibt es bei den Kosten der Feuerbeschau: In Niederösterreich und Kärnten setzt die Gemeinde sie per Bescheid fest, wenn der Eigentümer nicht zahlt. Diese Posten gehören nicht ins Inkasso.

Schlüsseln Sie jede Rechnung nach Tarifpositionen auf und nennen Sie die Tarifverordnung, nach der Sie abrechnen. Dann kann der Kunde die Höhe kaum bestreiten.

Wer muss zahlen: Eigentümer, Hausverwaltung oder Mieter?

Ihr Schuldner ist Ihr Auftraggeber. Wer den Rauchfangkehrer beauftragen muss, sagt das Landesrecht, und es unterscheidet sich:

BundeslandWer beauftragtBesonderheit
WienHauseigentümer, jeder MiteigentümerAllgemeine Teile: Hauseigentümer. Feuerstätten in Wohnungen: deren Betreiber
NiederösterreichEigentümer oder Nutzungsberechtigte des BauwerksÜberprüfung wird mit Datum und Uhrzeit bestätigt
SteiermarkVerfügungsberechtigteErfasst auch Mieter, die die Feuerungsanlage betreiben
OberösterreichVerfügungsberechtigte Person, auf ihre KostenErfasst auch Mieter oder Pächter, denen die Pflicht vertraglich übertragen wurde

Bei Wohnungseigentum ist für die allgemeinen Teile die Eigentümergemeinschaft Ihr Vertragspartner. Sie kann Verbindlichkeiten eingehen und geklagt werden. Die Hausverwaltung vertritt sie nach außen, ist aber nicht selbst Schuldnerin. Richten Sie Rechnung und Mahnung deshalb an die Eigentümergemeinschaft, zu Handen der Verwaltung. Für die Gasetagenheizung in einer einzelnen Wohnung ist dagegen meist deren Eigentümer oder Betreiber zuständig.

Bei Mietwohnungen darf der Vermieter die Kosten der regelmäßigen Rauchfangkehrung nach dem Mietrechtsgesetz als Betriebskosten weiterverrechnen. Das betrifft nur das Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter. Ihr Schuldner bleibt, wer Sie beauftragt hat.

Zwei typische Fälle lösen Sie so:

  • Die Hausverwaltung wechselt. Der Schuldner ändert sich nicht, nur der Ansprechpartner. Schicken Sie offene Rechnungen mit Leistungsdatum an die neue Verwaltung und bitten Sie um Weiterleitung an die Eigentümergemeinschaft.
  • Das Haus wird verkauft. Klären Sie, wer zum Leistungsdatum Eigentümer und Auftraggeber war, und richten Sie Rechnung und Mahnung an diese Person, nicht automatisch an den neuen Eigentümer.

Welche Belege brauchen Sie?

Kehrgebühren sind selten strittig, wenn die Belege stimmen. Die Länder schreiben Ihnen ohnehin Aufzeichnungen vor: In Wien führen Sie für jedes Haus ein Kontrollbuch, in Niederösterreich Hausakten, Überprüfungsbücher oder Hauslisten, in der Steiermark wird ein Kehrbuch geführt, und in Oberösterreich bewahren Sie Aufzeichnungen über Überprüfungen und Reinigungen fünf Jahre auf. Nutzen Sie diese Unterlagen als Leistungsnachweis.

Für jeden offenen Posten brauchen Sie:

  • Name und Anschrift des Auftraggebers, nicht nur die Objektadresse
  • Objekt und Feuerstätte, auf die sich die Leistung bezieht
  • Leistungsdatum mit Nachweis aus Kontrollbuch, Kehrbuch oder Überprüfungsbestätigung
  • Rechnung mit Tarifpositionen und Angabe der Tarifverordnung
  • Zahlungsziel und Ihre Mahnung mit Datum und Frist
  • Korrespondenz mit Kunde oder Hausverwaltung, vor allem Einwände

Bei vergeblichen Anfahrten lohnt ein Blick in Ihren Landestarif. In Niederösterreich dürfen Sie, wenn der Termin durch Verschulden des Eigentümers oder Nutzungsberechtigten platzt, für die zusätzliche An- und Abfahrt 16,74 Euro je angefangene Viertelstunde und das amtliche Kilometergeld verrechnen. In Oberösterreich dürfen Sie die zusätzlichen Kosten gegen Nachweis verrechnen. Der Wiener und der steirische Tarif kennen keine eigene Position dafür. Halten Sie den vereinbarten Termin und den vergeblichen Besuch schriftlich fest.

Beispiel: 37 offene Posten zum Jahresende

Beispiel: Ein Rauchfangkehrerbetrieb in Niederösterreich zieht Ende November seine offenen Posten. Es sind 37 Vorschreibungen über zusammen 4.212 Euro.

GruppePostenBetragNächster Schritt
Privathaushalte, einmal gemahnt, keine Reaktion272.754 EuroSammelübergabe
Eigentümergemeinschaften, Rechnung ging an frühere Verwaltung6980 Euroan neue Verwaltung senden, Frist setzen
Gewerbebetriebe2274 EuroSammelübergabe
Kunde bestreitet, dass gekehrt wurde2204 Euromit Kontrollbuch klären, erst dann übergeben

Würde der Betrieb jeden Posten selbst nachtelefonieren und zweimal mahnen, kämen bei 20 Minuten pro Posten über zwölf Stunden Büroarbeit zusammen. Mit der Sammelübergabe prüft er stattdessen einmal Anschriften und Belege und übergibt 29 Posten in einem Schritt. Die sechs Posten der Eigentümergemeinschaften schickt er korrekt adressiert neu und übergibt sie, wenn die Frist verstreicht. Die zwei strittigen Fälle klärt er selbst. Die zwei Gewerbebetriebe schulden zusätzlich je 40 Euro Pauschale, zusammen 80 Euro. Diese Verzugskosten tragen die säumigen Kunden, nicht der Betrieb.

Was schuldet der Kunde zusätzlich?

Gegenüber Privathaushalten betragen die gesetzlichen Verzugszinsen 4 Prozent pro Jahr. Mahnspesen kann der Kunde nur ersetzen müssen, wenn er den Verzug verschuldet hat und die Kosten notwendig und angemessen sind. Starre Pauschalen pro Mahnung hat der OGH mehrfach gekippt. Was Sie konkret verlangen dürfen, zeigt der Ratgeber Mahngebühren: Wie hoch dürfen sie sein?.

Ist Ihr Kunde ein Unternehmer, etwa ein Gastronomie- oder Gewerbebetrieb, gelten 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, im zweiten Halbjahr 2026 also 10,73 Prozent, dazu eine Pauschale von 40 Euro je Forderung. Bei kleinen Kehrgebühren ist die Pauschale oft ein beachtlicher Teil des Betrags.

Inkassokosten muss der säumige Kunde ersetzen, soweit sie notwendig und angemessen sind. Für Inkassoinstitute gibt es dafür Höchstsätze per Verordnung, gestaffelt nach Forderungshöhe. Gerade bei kleinen Kehrgebühren sind diese Beträge entsprechend niedrig.

Sammelübergabe ohne Mindestvolumen: So läuft es bei incaseof.law

incaseof.law ist ein in Österreich konzessioniertes und in Deutschland registriertes Inkassoinstitut. Sie übergeben offene Kehrgebühren im Kundenportal: registrieren, Schuldner, Betrag und Fälligkeit erfassen, Rechnung und Belege hochladen. Das geht einzeln oder gesammelt, ohne Mindestvolumen. Für größere Mengen gibt es einen Connector und eine REST-Schnittstelle, den Status bekommen Sie per Webhook zurück. Angenommen werden fällige, unbestrittene Forderungen mit belegbarem Zahlungsverzug.

Die Mahnstufen legt das Fallteam fest, der Ton bleibt sachlich. Sie selbst müssen nicht mehr nachtelefonieren und bleiben aus der Auseinandersetzung mit dem Nachbarn heraus. Zahlt der Kunde auch dann nicht, empfiehlt das Fallteam den nächsten Schritt. Eine Mahnklage wird nur nach Ihrer Freigabe eingebracht, automatische Einreichungen bei Gericht gibt es nicht. Wie das Verfahren abläuft, erklärt der Ratgeber Mahnklage in Österreich.

Die Hauptforderung geht zu 100 % an Ihren Betrieb, die Verzugskosten trägt der säumige Kunde im gesetzlich zulässigen Rahmen. Im regulären außergerichtlichen Inkasso entstehen Ihnen keine Kosten von incaseof.law, auch wenn der Schuldner nicht zahlt, und es gibt keine Erfolgsprovision auf Ihre Hauptforderung. Gerichtsgebühren und in Österreich die Übermittlungsentgelte von MANZ fallen nur an, wenn Sie das gerichtliche Verfahren freigeben. Einzug und Dauer sind nicht garantiert. Alles zur Übergabe aus Ihrem Betrieb, auch direkt aus der Branchensoftware, finden Sie unter Inkasso für Rauchfangkehrer.

Denken Sie an die Verjährung: Kehrgebühren verjähren nach drei Jahren ab Fälligkeit, eine Mahnung hält diese Frist nicht an. Prüfen Sie Ihre ältesten Posten zuerst. Die Überwachung der Verjährung bleibt bei Ihnen; droht sie, weisen Sie bei der Übergabe ausdrücklich darauf hin. Für den Jahresabschluss hilft die Jahresend-Checkliste für offene Forderungen in Österreich.

Häufige Fragen

Sind Kehrgebühren eine öffentliche Abgabe?

Nein. Der OGH spricht vom privatrechtlichen Kehrvertrag und vom Werklohn des Rauchfangkehrers, auch wenn die Tarife per Verordnung gedeckelt sind. Offene Kehrgebühren mahnen Sie wie jede Rechnung und können sie mit Mahnklage einfordern. Nur die Kosten der Feuerbeschau setzt in Niederösterreich und Kärnten bei Nichtzahlung die Gemeinde per Bescheid fest.

Muss die Hausverwaltung die Kehrgebühren zahlen?

Die Hausverwaltung vertritt die Eigentümergemeinschaft, Schuldnerin ist aber die Eigentümergemeinschaft selbst. Adressieren Sie Rechnung und Mahnung an die Eigentümergemeinschaft zu Handen der Verwaltung. Für Feuerstätten in einzelnen Wohnungen ist je nach Bundesland der Eigentümer oder Betreiber zuständig.

Darf ich mehr als den Höchsttarif verrechnen?

Nein. Die Landestarife sind Höchstpreise, im Kehrgebiet müssen Sie sie einhalten. Wer höhere Entgelte verlangt oder annimmt, begeht eine Verwaltungsübertretung. Darunter zu bleiben ist erlaubt.

Lohnt sich Inkasso bei Kehrgebühren von 80 Euro?

Ja, wenn die Forderung fällig und unbestritten ist. Ein Mindestvolumen gibt es bei der Übergabe nicht, und die Verzugskosten trägt der säumige Kunde im gesetzlichen Rahmen. Am meisten sparen Sie, wenn Sie offene Posten regelmäßig gesammelt übergeben.

Wann verjähren Kehrgebühren?

Nach drei Jahren ab Fälligkeit. Eine Mahnung unterbricht die Verjährung nicht, erst ein Anerkenntnis des Kunden oder eine Klage, die ordentlich fortgesetzt wird.

Was tun, wenn der Kunde behauptet, es sei nicht gekehrt worden?

Klären Sie das zuerst mit Ihren Aufzeichnungen aus Kontrollbuch, Kehrbuch oder Überprüfungsbestätigung. Strittige Forderungen übernimmt kein seriöses Inkassoinstitut. Ist der Einwand ausgeräumt, können Sie den Posten übergeben.

Quellen und Einordnung

Quellenstand: 7. Oktober 2026. Beispiele sind eigene, vereinfachte Darstellungen.

Übergeordnetes Thema: Branchen und Zielgruppen.

Offene Kehrgebühren gesammelt übergeben

Übergeben Sie fällige, unbestrittene Vorschreibungen einzeln oder als Sammelliste, ohne Mindestvolumen. Die Mahnstufen übernimmt das Fallteam.

Inkasso für Rauchfangkehrer

Im regulären außergerichtlichen Inkasso entstehen Ihnen keine Kosten von incaseof.law, auch wenn der Schuldner nicht zahlt, und es gibt keine Erfolgsprovision auf Ihre Hauptforderung. Gerichtsgebühren und in Österreich die Übermittlungsentgelte von MANZ fallen nur an, wenn Sie das gerichtliche Verfahren freigeben. Einzug und Dauer sind nicht garantiert; Ausnahmen und die Anrechnung von Teilzahlungen stehen unter Kosten und Leistungsumfang.

Porträt von Stephan Holzbach

Über den Autor

Stephan Holzbach

Stephan Holzbach ist Mitautor der Studie „Warten aufs Geld“ über Forderungsbestände österreichischer Unternehmen. Bei incaseof.law schreibt er Ratgeber für Gläubiger, die offene Rechnungen schneller auf ihr Konto bringen wollen.

Die Quellen zu diesem Beitrag finden Sie im Quellenverzeichnis. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

Alle Beiträge von Stephan Holzbach

incaseof.lawKonzessioniert in AT, registriert in DE