Grundlage: die Registerstudie „Warten aufs Geld 2026“
Die Branchenreports bauen auf der Registerstudie von incaseof.law auf: Jahresabschlüsse von 149.916 Unternehmen aus dem Firmenbuch, zusammen 194,9 Milliarden Euro in der Bilanzposition Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Die Hauptstudie konnte keine Werte je Branche ausweisen, weil die Registerdaten keine Branchenkennung enthalten. Für die Branchenreports wurde deshalb im September 2026 der im Firmenbuch eingetragene Geschäftszweig je Gesellschaft abgefragt.
Zehn Branchen im Vergleich
Die Tabelle zeigt je Branche die Zahl der ausgewerteten Gesellschaften, den Median der Forderungsquote und den Anteil der Gesellschaften, deren Kassa und Bankguthaben weniger als ein Viertel der Forderungen decken, jeweils neben der Vergleichsgruppe gleicher Größenstruktur. Die Reihenfolge folgt der Nummerierung der Reports.
| Branche | Gesellschaften | Forderungsquote (Median) | Vergleichsgruppe | Kassa unter 25 % der Forderungen | Vergleichsgruppe | Forderungen gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Großhandel & B2B-Handel | 668 | 26,6 % | 23,7 % | 48,5 % | 44,7 % | 1,0 Mrd. € |
| Industrie & Maschinenbau | 3.122 | 23,0 % | 23,9 % | 44,8 % | 45,0 % | 10,3 Mrd. € |
| Transport, Spedition & Logistik | 1.531 | 36,2 % | 23,7 % | 49,4 % | 44,5 % | 2,7 Mrd. € |
| Bau & Baunebengewerbe | 4.428 | 33,1 % | 23,5 % | 44,6 % | 44,3 % | 4,1 Mrd. € |
| IT-Dienstleister, Agenturen & Medien | 1.472 | 38,4 % | 23,6 % | 38,9 % | 44,4 % | 2,1 Mrd. € |
| Immobilien: Vermieter & Hausverwaltungen | 6.083 | 7,4 % | 23,5 % | 49,4 % | 44,2 % | 9,0 Mrd. € |
| Kfz-Handel & Werkstätten | 1.269 | 16,0 % | 23,6 % | 46,4 % | 44,4 % | 1,6 Mrd. € |
| Software, Scale-ups & digitale Geschäftsmodelle | 666 | 38,4 % | 23,6 % | 37,8 % | 44,4 % | 1,3 Mrd. € |
| Energieversorger & Stadtwerke | 374 | 10,8 % | 23,8 % | 41,6 % | 44,8 % | 2,8 Mrd. € |
| Gesundheit & Pflege | 715 | 33,5 % | 23,8 % | 46,6 % | 44,8 % | 2,2 Mrd. € |
Quelle: incaseof.law (2026), Branchenreports „Warten aufs Geld 2026“, jeweils Kapitel „Methodik und Quellen“. Forderungsquote: Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Prozent der Bilanzsumme. Vergleichsgruppe: 56.346 Gesellschaften derselben Größenklassen, gewichtet auf die Größenstruktur der Branche.
Drei Muster fallen auf. Dienstleistungsnahe Branchen, deren Vermögen vor allem aus erbrachter Leistung besteht, binden den größten Teil ihrer Bilanz in Forderungen: IT-Dienstleister, Agenturen und Medien sowie Software- und Digitalunternehmen mit je 38,4 Prozent, Transport mit 36,2 Prozent, Gesundheit und Pflege mit 33,5 Prozent und der Bau mit 33,1 Prozent. Anlagenlastige Branchen wie Immobilien (7,4 Prozent), Energie (10,8 Prozent) und Kfz-Handel (16,0 Prozent) liegen darunter, weil Gebäude, Netze und Fahrzeuge die Bilanz dominieren. Und in absoluten Beträgen liegt das meiste Geld in der Industrie: 10,3 Mrd. € an Forderungen in 3.122 Bilanzen.
Eine niedrige Forderungsquote ist keine Entwarnung. In Immobiliengesellschaften halten 49,4 Prozent weniger Kassa als ein Viertel ihrer Forderungen, in Transport ebenfalls 49,4 Prozent, im Großhandel 48,5 Prozent. Wer so wenig Bargeld hält, kann den Ausfall eines großen Kunden oder Mieters nicht aus eigener Kraft abfedern.