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Staatlich geprüftes Inkassoinstitut § 118 GewO 1994 · GISA 32140156

Branchenreport 2026

Branchenreport 2026: Wie lange zehn Branchen auf ihr Geld warten

Zehn Branchenreports ergänzen die Registerstudie „Warten aufs Geld 2026“ um Werte je Branche: wie viel ihrer Bilanzsumme österreichische Unternehmen in Forderungen binden, wie viel Kassa dahinter steht und was das Warten kostet. Je Branche mit drei Kennzahlen, einem Befund und dem Report als PDF.

Kurz erklärt

Welche Branchen hängen am stärksten an offenen Forderungen?

Am stärksten hängen IT-Dienstleister, Agenturen und Medien sowie Software- und Digitalunternehmen an offenen Forderungen: Laut Branchenreport 2026 von incaseof.law (Stand September 2026) binden sie im Median 38,4 Prozent ihrer Bilanzsumme, Transport 36,2 und Bau 33,1 Prozent. Vergleichbare Gesellschaften liegen bei 23,5 bis 23,9 Prozent. Am niedrigsten ist der Wert bei Immobilien mit 7,4 Prozent.

Quelle: incaseof.law (2026), Branchenreports „Warten aufs Geld 2026“, Auswertung offengelegter Jahresabschlüsse aus dem Firmenbuch, Registerstand 17. Juli 2026, Branchenzuordnung über den Geschäftszweig im September 2026; Registerdaten: Republik Österreich, vertreten durch das BMJ. Die Forderungsquote misst gebundenes Kapital, nicht überfällige Rechnungen.

Grundlage: die Registerstudie „Warten aufs Geld 2026“

Die Branchenreports bauen auf der Registerstudie von incaseof.law auf: Jahresabschlüsse von 149.916 Unternehmen aus dem Firmenbuch, zusammen 194,9 Milliarden Euro in der Bilanzposition Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Die Hauptstudie konnte keine Werte je Branche ausweisen, weil die Registerdaten keine Branchenkennung enthalten. Für die Branchenreports wurde deshalb im September 2026 der im Firmenbuch eingetragene Geschäftszweig je Gesellschaft abgefragt.

Zehn Branchen im Vergleich

Die Tabelle zeigt je Branche die Zahl der ausgewerteten Gesellschaften, den Median der Forderungsquote und den Anteil der Gesellschaften, deren Kassa und Bankguthaben weniger als ein Viertel der Forderungen decken, jeweils neben der Vergleichsgruppe gleicher Größenstruktur. Die Reihenfolge folgt der Nummerierung der Reports.

BrancheGesellschaftenForderungsquote (Median)VergleichsgruppeKassa unter 25 % der ForderungenVergleichsgruppeForderungen gesamt
Großhandel & B2B-Handel66826,6 %23,7 %48,5 %44,7 %1,0 Mrd. €
Industrie & Maschinenbau3.12223,0 %23,9 %44,8 %45,0 %10,3 Mrd. €
Transport, Spedition & Logistik1.53136,2 %23,7 %49,4 %44,5 %2,7 Mrd. €
Bau & Baunebengewerbe4.42833,1 %23,5 %44,6 %44,3 %4,1 Mrd. €
IT-Dienstleister, Agenturen & Medien1.47238,4 %23,6 %38,9 %44,4 %2,1 Mrd. €
Immobilien: Vermieter & Hausverwaltungen6.0837,4 %23,5 %49,4 %44,2 %9,0 Mrd. €
Kfz-Handel & Werkstätten1.26916,0 %23,6 %46,4 %44,4 %1,6 Mrd. €
Software, Scale-ups & digitale Geschäftsmodelle66638,4 %23,6 %37,8 %44,4 %1,3 Mrd. €
Energieversorger & Stadtwerke37410,8 %23,8 %41,6 %44,8 %2,8 Mrd. €
Gesundheit & Pflege71533,5 %23,8 %46,6 %44,8 %2,2 Mrd. €

Quelle: incaseof.law (2026), Branchenreports „Warten aufs Geld 2026“, jeweils Kapitel „Methodik und Quellen“. Forderungsquote: Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Prozent der Bilanzsumme. Vergleichsgruppe: 56.346 Gesellschaften derselben Größenklassen, gewichtet auf die Größenstruktur der Branche.

Drei Muster fallen auf. Dienstleistungsnahe Branchen, deren Vermögen vor allem aus erbrachter Leistung besteht, binden den größten Teil ihrer Bilanz in Forderungen: IT-Dienstleister, Agenturen und Medien sowie Software- und Digitalunternehmen mit je 38,4 Prozent, Transport mit 36,2 Prozent, Gesundheit und Pflege mit 33,5 Prozent und der Bau mit 33,1 Prozent. Anlagenlastige Branchen wie Immobilien (7,4 Prozent), Energie (10,8 Prozent) und Kfz-Handel (16,0 Prozent) liegen darunter, weil Gebäude, Netze und Fahrzeuge die Bilanz dominieren. Und in absoluten Beträgen liegt das meiste Geld in der Industrie: 10,3 Mrd. € an Forderungen in 3.122 Bilanzen.

Eine niedrige Forderungsquote ist keine Entwarnung. In Immobiliengesellschaften halten 49,4 Prozent weniger Kassa als ein Viertel ihrer Forderungen, in Transport ebenfalls 49,4 Prozent, im Großhandel 48,5 Prozent. Wer so wenig Bargeld hält, kann den Ausfall eines großen Kunden oder Mieters nicht aus eigener Kraft abfedern.

Die zehn Branchenreports

Drei Kennzahlen, ein Befund, ein Report je Branche.

Jeder Report hat zehn Seiten, dazu kommt eine Executive Summary auf einer Seite. Registerwerte stammen aus der Firmenbuch-Auswertung, Branchenwerte aus den im Report genannten externen Quellen. Für Immobilien und Bau gibt es eine ausführliche Seite zu Mietrückständen und eine ausführliche Seite zu offenen Bau- und Handwerkerrechnungen.

Branchenreport 01 · n = 668

Großhandel & B2B-Handel

  • 26,7 %der Forderungen sind im Median durch Kassa und Bankguthaben gedeckt; Vergleichsgruppe 36,5 %Registerauswertung
  • 48,5 %halten weniger Kassa als ein Viertel ihrer Forderungen; Vergleichsgruppe 44,7 %Registerauswertung
  • 1.192Insolvenzen im Handel 2025, mehr als in jeder anderen BrancheGläubigerschutzverbände, 2026

Wer Handwerk, Bau und Gastronomie auf Ziel beliefert, trägt deren Liquiditätsprobleme in der eigenen Bilanz.

Branchenreport 02 · n = 3.122

Industrie & Maschinenbau

  • 10,3 Mrd. €an Forderungen in den Bilanzen, der größte Block aller zehn BranchenRegisterauswertung
  • 34,6 %der Forderungen sind im Median durch Kassa und Bankguthaben gedeckt; Vergleichsgruppe 35,7 %Registerauswertung
  • 616 Mio. €vorläufige Passiva aus 294 Insolvenzen in der Warenherstellung 2025Gläubigerschutzverbände, 2026

Gemessen an der Bilanzsumme liegt die Industrie mit 23,0 Prozent etwa auf dem Niveau vergleichbarer Unternehmen, in absoluten Beträgen liegt hier aber das meiste Geld beim Kunden.

Branchenreport 03 · n = 1.531

Transport, Spedition & Logistik

  • 36,2 %der Bilanzsumme sind im Median in Forderungen gebunden; Vergleichsgruppe 23,7 %Registerauswertung
  • 35,5 %halten mehr als die Hälfte ihrer Bilanz in Forderungen; Vergleichsgruppe 25,3 %Registerauswertung
  • 495Insolvenzen in Verkehr und Lagerei 2025, fast jede zweite mangels Masse nicht eröffnetGläubigerschutzverbände, 2026

Die Branche fährt in Vorleistung: Bei einer Umsatzrendite von rund zwei Prozent kostet eine verlorene Rechnung den Ertrag vieler Touren.

Branchenreport 04 · n = 4.428

Bau & Baunebengewerbe

  • 33,1 %der Bilanzsumme sind im Median in Forderungen gebunden; Vergleichsgruppe 23,5 %Registerauswertung
  • 4,1 Mrd. €an Forderungen in den Bilanzen der ausgewerteten BauunternehmenRegisterauswertung
  • 1.080Insolvenzen im Bau 2025, die zweitmeisten aller BranchenGläubigerschutzverbände, 2026

Prüffristen, Rücklässe und Nachträge verlängern den Weg zum Geld, und fast neun von zehn Baubetrieben geben das Warten an ihre eigenen Lieferanten weiter.

Branchenreport 05 · n = 1.472

IT-Dienstleister, Agenturen & Medien

  • 38,4 %der Bilanzsumme sind im Median in Forderungen gebunden; Vergleichsgruppe 23,6 %Registerauswertung
  • 37,5 %halten mehr als die Hälfte ihrer Bilanz in Forderungen; Vergleichsgruppe 25,4 %Registerauswertung
  • 2,1 Mrd. €an Forderungen in den Bilanzen der ausgewerteten UnternehmenRegisterauswertung

Ihr wichtigstes Vermögen ist nicht Technik oder Büro, sondern die erbrachte Leistung, die der Kunde noch nicht bezahlt hat.

Branchenreport 06 · n = 6.083

Immobilien: Vermieter & Hausverwaltungen

  • 40,1 %halten weniger Kassa als ein Zehntel ihrer Forderungen; Vergleichsgruppe 33,5 %Registerauswertung
  • 9,0 Mrd. €an Forderungen, im Median rund 160.600 € je GesellschaftRegisterauswertung
  • 447Insolvenzen im Grundstücks- und Wohnungswesen 2025, um 35 Prozent mehr als 2024Gläubigerschutzverbände, 2026

Gebäude und Grundstücke dominieren die Bilanz, deshalb ist die Forderungsquote mit 7,4 Prozent niedrig; umso stärker hängt die Liquidität an pünktlichen Mieten.

Branchenreport 07 · n = 1.269

Kfz-Handel & Werkstätten

  • 16,0 %der Bilanzsumme sind im Median in Forderungen gebunden; Vergleichsgruppe 23,6 %Registerauswertung
  • 35,3 %halten weniger Kassa als ein Zehntel ihrer Forderungen; Vergleichsgruppe 33,6 %Registerauswertung
  • 249Insolvenzen in der Kfz-Branche 2025 (Hochrechnung), um 10 Prozent mehrGläubigerschutzverbände, 2025

Das Kapital steht am Hof und im Lager; bei schmalen Margen geht jede offene Werkstatt-, Flotten- oder Versicherungsrechnung direkt auf das Ergebnis.

Branchenreport 08 · n = 666

Software, Scale-ups & digitale Geschäftsmodelle

  • 38,4 %der Bilanzsumme sind im Median in Forderungen gebunden; Vergleichsgruppe 23,6 %Registerauswertung
  • 39,4 %halten mehr als die Hälfte ihrer Bilanz in Forderungen; Vergleichsgruppe 25,4 %Registerauswertung
  • 33,5 %erhöhten ihren Forderungsbestand binnen eines Jahres um mehr als ein Viertel; Vergleichsgruppe 28,1 %Registerauswertung

Wer vom eigenen Cashflow lebt, kann sich offene Beträge nicht leisten, auch nicht viele kleine; 2025 arbeiteten nur 46 Prozent der österreichischen Start-ups zumindest kostendeckend.

Branchenreport 09 · n = 374

Energieversorger & Stadtwerke

  • 2,8 Mrd. €an Forderungen in den Bilanzen von 374 Versorgern und StadtwerkenRegisterauswertung
  • 547.600 €an Forderungen hält die typische Gesellschaft der Branche (Median)Registerauswertung
  • 10,8 %der Bilanzsumme sind im Median in Forderungen gebunden; Vergleichsgruppe 23,8 %Registerauswertung

Das Haushaltsgeschäft läuft über eingespielte Massenprozesse, bei Gewerbe-, Netz-, Wärme- und Contracting-Rechnungen bleibt das Geld zwischen Mahnlauf und Einzelfall hängen.

Branchenreport 10 · n = 715

Gesundheit & Pflege

  • 33,5 %der Bilanzsumme sind im Median in Forderungen gebunden; Vergleichsgruppe 23,8 %Registerauswertung
  • 34,2 %halten mehr als die Hälfte ihrer Bilanz in Forderungen; Vergleichsgruppe 25,2 %Registerauswertung
  • 351Insolvenzen im Gesundheits- und Sozialwesen 2025, neun von zehn mangels Vermögen nicht eröffnetGläubigerschutzverbände, 2026

Wo Patienten, Angehörige, Versicherungen und Kostenträger gemeinsam zahlen, bleibt das Mahnen liegen, weil niemand die Beziehung belasten will.

Methodik: So entstehen die Branchenwerte

Grundlage sind die jüngsten elektronisch offengelegten Jahresabschlüsse österreichischer Kapitalgesellschaften mit Geschäftsjahresende ab 1. Jänner 2024, abgerufen über die IWG-Schnittstelle des Firmenbuchs (Registerstand 17. Juli 2026). Das ist dieselbe Datenbasis wie in der Hauptstudie; neu ist die Zuordnung zu Branchen.

  • Branchenzuordnung: Im September 2026 wurde erstmals der im Firmenbuch eingetragene Geschäftszweig je Gesellschaft abgefragt und regelbasiert einer Branche zugeordnet, vorrangig über den Geschäftszweig und nur ersatzweise über den Firmenwortlaut.
  • Prüfung der Zuordnung: Die Zuordnung wurde an unabhängigen Zufallsstichproben händisch geprüft. Von 288 bewertbaren Zuordnungen über alle zehn Branchen waren 95,5 Prozent zutreffend.
  • Population: Kleine, mittelgroße und große Kapitalgesellschaften. Kleinstgesellschaften und reine Holdinggesellschaften sind nicht enthalten, Gesellschaften ohne eindeutige Zuordnung bleiben außen vor. Die Branchenwerte beruhen daher auf einer Teilpopulation mit eindeutiger Zuordnung und nicht auf einer Vollerhebung der Branche.
  • Vergleichsgruppe: Alle 56.346 Gesellschaften derselben Größenklassen mit abgefragtem Geschäftszweig, gewichtet auf die Größenstruktur der jeweiligen Branche. Deshalb unterscheidet sich der Vergleichswert je Branche leicht (Median-Forderungsquote 23,5 bis 23,9 Prozent). Der Median der Hauptstudie von 22,5 Prozent umfasst auch Kleinstgesellschaften und ist deshalb nicht direkt mit diesen Werten vergleichbar.
  • Kennzahlen: Forderungsquote gleich Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Prozent der Bilanzsumme; Kassa-Deckung gleich Kassa und Bankguthaben in Prozent der Forderungen; Vorjahresvergleich auf Basis des im Abschluss ausgewiesenen Vorjahreswerts. Die Bilanzposition enthält neben Lieferforderungen auch konzerninterne Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände; sie misst gebundenes Kapital, nicht überfällige Rechnungen.
  • Externe Quellen: Insolvenzzahlen stammen aus der Insolvenzstatistik der österreichischen Gläubigerschutzverbände, Angaben zum Zahlungsverhalten unter anderem aus dem European Payment Report 2026 von Intrum und den Erhebungen von Atradius. Jeder Report nennt seine Quellen vollständig.

Definitionen, aggregierte Tabellen und das Datenpaket der Hauptstudie stehen unter Studiendaten und Methodik.

So zitieren Sie die Branchenreports

incaseof.law (2026): Warten aufs Geld 2026. Branchenreport [Branche]. Dr. Maximilian Kindler, Stephan Holzbach. Wien, September 2026. Registerdaten: Republik Österreich, vertreten durch das BMJ (Firmenbuch, IWG). Bitte die verwendete Kennzahl und, wenn möglich, einen Link auf diese Seite ergänzen.

Autoren

Dr. Maximilian Kindler, LL.M. MBA, Gründer und Geschäftsführer von incaseof.law, und Stephan Holzbach, MSc, Mitautor der Registerstudie „Warten aufs Geld“. Herausgeber ist die incaseof.law GmbH, Wien. Fragen zur Methodik und Presseanfragen beantworten wir über den Pressekontakt.

Aus Daten wird Handlung

Ihr Geld gehört auf Ihr Konto.

Die Branchenreports zeigen, wie viel Kapital in offenen Forderungen steckt. Für die einzelne unbezahlte Rechnung zählt der Prozess: übergeben, durchsetzen lassen, Liquidität zurückholen. Wie das abläuft, zeigen der Ablauf und die Kostenübersicht; übergeben können Sie direkt unter Inkasso beauftragen.

  1. 1

    Forderung übergeben

    Rechnung online einreichen, in rund drei Minuten. Beauftragung gemäß AGB, kein Mindestvolumen.

  2. 2

    incaseof.law setzt durch

    Als lizenziertes Inkassoinstitut führen wir durch alle Stufen, die meisten Fälle enden außergerichtlich.

  3. 3

    100 % auf Ihrem Konto

    Die Hauptforderung gehört zur Gänze Ihnen; die Verzugskosten trägt der säumige Schuldner.

Für Selbstständige, KMU, Hausverwaltungen, Handwerk und Kanzleien. In Österreich konzessioniertes und in Deutschland registriertes Inkassoinstitut, vom OGH bestätigt.